Der Stifter "Joseph Anton Rohe"

Joseph Anton Rohe wurde 1814 in Kleinwallstadt geboren. Armut und Entbehrung umgaben seine Wiege und blieben auch seine Begleiter im Kindes- und Knabenalter. Der damalige Schulleiter in Kleinwallstadt erkannte seinen hellen Verstand und das offene Gemüt des Jungen. Er setzte sich bei der Gemeinde ein, dass Anton Rohe eine finanzielle Unterstützung erhielt, damit er in Frankfurt zum Kaufmann ausgebildet werden konnte. Als junger Mann wanderte er ca. 1840 nach Amerika aus. Er segelte immer wieder in seine Heimat zurück, wo er Blasinstrumente kaufte und diese nach Amerika exportierte. Er gründete ein gewinnbringendes, großes Musikaliengeschäft. Durch seinen Fleiß, seine Umsicht und seinen Unternehmergeist war Rohe im Alter von nur 40 Jahren ein vermögender Mann geworden. 1854 richtete er sich in seinem Heimatort Kleinwallstadt einen Sommersitz ein. Im Winter wohnte er in seiner Villa in Rom. Rohe blieb unverheiratet und kinderlos. Anton Rohe verstarb am 12.02.1892 in Rom. Er wurde im Garten seiner Sommerresidenz in Kleinwallstadt in einem 1885 erbauten Mausoleum beigesetzt. Heute schmückt das restaurierte Mausoleum den Garten der Rohe'schen Stiftung, wodurch der Rohe'schen Altenheim-Stiftung für immer ein Denkmal an diesen großzügigen Spender geblieben ist.

Geschichte der Rohe'schen Altenheim-Stiftung

Josef Anton Rohe hinterließ sein Vermögen nach seinem Tod der Gemeinde Kleinwallstadt in Form einer "Pfründe-Anstalt für alte, erwerbsunfähige, gut beleumundete arme Personen". Diese wurde 1893 eröffnet. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts übernahm der Altlandkreis Obernburg als Stiftungsausschuss die Zuständigkeit und beschloss eine Erweiterung der "Rohe'schen Stiftung" um ein Wohnheim auf insgesamt 102 Plätze. 1968 wurde die Anlage, ein zweigeschossiger Atriumbau mit 70 Einzelzimmern samt neuer Kapelle, eingeweiht. 1970 wurde die alte Sandsteinvilla, das ehemalige Rohe'sche Wohnhaus, zur Pflegestation umgebaut. Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen haben sich die Anforderungen an Alten- und Pflegeheime gewandelt. Diesem Umstand wurde in den 90er Jahren mit einer Generalsanierung Rechnung getragen, denn sowohl die Bewohnerzimmer, als auch die Sanitärbereiche, Aufenthalts- und Funktionsräume entsprachen nicht dem Standard eines modernen Pflegeheims. Nach umfangreichen Planungen wurde Mitte 1995 mit dem Umbau begonnen, der im Herbst 1998 abgeschlossen wurde. Die Rohe'sche Stiftung verfügt heute über 109 Plätze und entspricht den Qualitätskriterien einer professionellen Altenhilfeeinrichtung in hohem Maße. Einerseits ist es heute gefordert die Einrichtung nach ökonomischen Gesichtspunkten zu führen, jedoch steht das Wohl unserer Bewohner immer im Mittelpunkt unseres Handelns.